Saubere Energie, USA

Eine Studentengruppe von der Southern Oregon University auf einer Führung zum Thema Nachhaltigkeit und Energie, inklusive der LEED-zertifizierten Studentenwohnheime, die Teil des CO2‑Zertifikatsprojekts bilden.

Projektname
Campus Clean Energy and Energy Efficiency Projects
Projectlocatie
USA – Muncie, Indiana; Urbana- Champaign, Illinois; Ashland, Oregon
Mittelgeber und Lieferant
Second Nature
Standard
Verified Carbon Standard
Projektstatus
Aktiv
Portfolio
Aktuell

Unterstützung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen

Über das Projekt

Die Campus Clean Energy and Energy Efficiency Projects (CCEEP, dt. Projekte für saubere Energie und Energieeffizienz an Hochschulen) unterstützen Colleges und Universitäten in den USA bei der Entwicklung und Vermarktung von CO2-Ausgleichsprodukten, um möglichst schnell die Klimaneutralität ihrer Standorte zu erreichen. Die Erlöse aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten werden in Nachhaltigkeitsprojekte an den Hochschulstandorten investiert, sodass die Institutionen höhere Emissionseinsparungen erreichen und Anreize zur Entwicklung sauberer, effizienter Energiesysteme schaffen. Um die Berechtigung zum Verkauf ihrer CO2-Einsparungen zu erhalten, müssen alle Hochschulstandorte bei der Einsparung von Treibhausgasemissionen gewisse Leistungsziele erreichen, entweder campusweit durch Emissionssenkungen in Zusammenhang mit dem Stromverbrauch oder für einzelne LEED®-zertifizierte1 Gebäude, die landesweit zu den besten 15 % der Vergleichsgebäude zählen. Die CO2-Zertifikate werden nach dem Verified Carbon Standard im Rahmen des „VCS Campus Clean Energy Efficiency“-Verfahrens ausgegeben. Das Programm richtet sich an alle US-amerikanischen Universitäten und Colleges.

Southern Oregon University (SOU) war die erste Universität in Oregon – und eine der ersten in den USA – die 100 % ihres Energieverbrauchs durch saubere, erneuerbare Energien kompensierte, und ist die erste des Landes, die auch 100 % ihres Wasserverbrauchs ausgleicht.

Wer steht hinter dem Projekt?

Zwischen 2014 und 2015 nahmen 11 Hochschulstandorte in den USA an der Campus Clean Energy Campaign teil. Diese Initiative stellte die Mittel für den Ankauf verifizierter CO2-Zertifikate bereit, die durch Projekte zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz an den teilnehmenden Standorten generiert wurden. Nach dem Erfolg der ersten Kampagne wollten viele der beteiligten Hochschulen ihre Emissionssenkungen weiterhin verifizieren und vermarkten. So entstand ein zweites Programm namens „Carbon Credit and Purchasing Program“ (C2P2); getragen wird es von Second Nature, einer in Boston ansässigen Non-Profit-Organisation, die – in Zusammenarbeit mit dem Climate Neutral Business Network – durch Leadership-Netzwerke des tertiären Bildungssektors aktiv auf eine nachhaltige, positive globale Zukunft hinarbeitet. BP Target Neutral hat eine Vereinbarung über den Ankauf von CO2-Zertifikaten des zweiten Programms abgeschlossen.

Erdwärmespeicher-Pumpenraum der Ball State University – Teil des US Campus Clean Energy Project

Wie trägt das Projekt zur CO2-Reduktion bei?

In diesem Jahr werden drei Universitäten von BPTN unterstützt: die Ball State University, Indiana, die University of Illinois Urbana-Champaign sowie die Southern Oregon University. Gemeinsam werden die derzeit teilnehmenden Standorte ihre Emissionen um schätzungsweise 95.000 tCO2e pro Jahr reduzieren. Dazu nutzt jeder Campus diverse Maßnahmen und Technologien zur besseren Energieausnutzung.

Im Jahr 2006 wurde die Ball State University (BSU) Gründungsmitglied des American College & University Presidents’ Climate Commitment (ACUPCC, inzwischen unter dem Namen „Carbon Commitment“ bekannt). Ziel ist die Klimaneutralität bis 2050. Die Hochschule mit 21.000 Studierenden und mehr als 100 Campus-Gebäuden für Lehrbetrieb, Unterbringung und Versorgungszwecke beschloss, die größte Wärmepumpen-Geothermieanlage für Fernwärme in den USA zu bauen. Das Projekt ersetzte das Kohleheizkraftwerk und die Kühlwassereinrichtungen der Universität und hat einen siebenfach höheren Wirkungsgrad als die alten Anlagen. So konnte die BSU den jährlichen Ausstoß von 85.000 t Kohlendioxid (CO2), 240 t Stickoxid, 200 t Feinstaub, 80 t Kohlenmonoxid und 1400 t Schwefeldioxid eliminieren. Insgesamt wurde der CO2-Fußabdruck der Universität nahezu halbiert. Die BSU hat ihre ersten verifizierten CO2-Einsparungen vermarktet, und BP Target Neutral hat sich zur Abnahme weiterer freiwilliger Emissionszertifikate der Universität verpflichtet. Die Umsetzung des Geothermieprojekts dient nun als grundlegender Bezugsrahmen für den fortgesetzten Climate Action Plan der BSU, der CO2-Einsparungen durch drei strategische Kategorien anstrebt: Informationstransparenz, Energieeinsparung und Stromversorgungsquellen.

Die University of Illinois Urbana-Champaign (UI) erhielt bereits viel Anerkennung für umweltbewusste Bauweisen, umfassende hochschulinterne Aufklärungsprogramme für nachhaltiges Handeln und ein Transportprogramm, das Hybrid- und Flex-Fuel-Fahrzeuge einsetzt.

Der Campus der University of Illinois Urbana-Champaign (UI) umfasst mehr als 600 Gebäude für gut 40.000 Studierende und Mitarbeiter. Im Jahr 2008 unterzeichnete die UIUC die ACUPCC-Verpflichtung (kurz „Carbon Commitment“) zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050. Im Jahr 2010 formulierte die UI konkrete Nachhaltigkeitsziele für den Campus; bis 2015 hatte sie bei existierenden Gebäuden den Energieverbrauch um 20 % und die Treibhausgasemissionen um 15 % gesenkt; zudem bezog sie 5 % ihres Stroms aus erneuerbaren Quellen. Hierdurch erlangte die Universität Gold-Level-Status des US-Ranking-Tools „Sustainability, Tracking, Assessment, and Rating System“ (STARS) und wurde vom „Cool Schools“-Programm des Sierra Club auf den ersten Platz der Big Ten Conference gewählt. Die UI hat im Nachhinein ihre verifizierten CO2-Einsparungen der Jahre 2011 – 2014 verkauft, was weitere Maßnahmen zur Emissionssenkung am Standort ermöglicht. BP Target Neutral hat sich zur Abnahme der seit Mitte 2014 durch die Universität generierten CO2-Zertifikate verpflichtet. Für den 5-Jahres-Zeitraum ab 2015 hat die Universität sich neue Ziele gesetzt, u. a. 120.000 MWh/Jahr aus CO2-armen Energiequellen und 12.500 MWh/Jahr auf dem Campus produzierter Solarstrom. Die Universität erhielt bereits viel Anerkennung für umweltbewusste Bauweisen, umfassende hochschulinterne Aufklärungsprogramme für nachhaltiges Handeln und ein Beförderungsprogramm, das Hybrid- und Flex-Fuel-Fahrzeuge einsetzt.

Die Southern Oregon University (SOU) gehörte 2007 zu den ersten Unterzeichnern der ACUPCC-Verpflichtung (jetzt „Carbon Commitment“) zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050. Die SOU war die erste Universität in Oregon – und eine der ersten in den USA –, die 100 % ihres Energieverbrauchs durch saubere, erneuerbare Energien kompensierte, und ist die erste des Landes, die auch 100 % ihres Wasserverbrauchs ausgleicht. Sei 2010 folgt die SOU einem Climate Action Plan mit dem Ziel, ihren CO2-Fußabdruck bis 2020 um 10 % und bis 2050 um 100 % zu reduzieren. Die Universität erzeugt ihren eigenen nachhaltigen Strom mithilfe einer 56-kW-Solaranlage, die jährlich über 70.000 kWh liefert. Durch diese Anlage qualifizierte sich die Universität für eine LEED-Platin-Zertifizierung ihres Higher Education Center in Medford. Das LEED-Gold-zertifizierte Raider Village der Universität ist das jüngste Projekt im Bereich nachhaltigen Wohnens. Besondere Merkmale sind u. a. die geschickte Tageslichtnutzung in den Gemeinschaftsräumen, VRF-Klimatisierung (Variable Refrigerant Flow, dt. „variabler Kältemittel-Massenstrom“) und Photovoltaik mit 153 kW Leistung. Die Studierenden zahlen freiwillig eine Gebühr, um die Bemühungen der SOU zur Versorgung des Campus mit sauberer, erneuerbarer Energie zu unterstützen. BP Target Neutral hat sich zur Abnahme der von der Universität generierten CO2-Zertifikate verpflichtet.

Die wichtigsten Vorteile

  • Die Erlöse aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten werden in Nachhaltigkeitsprojekte an Hochschulstandorten investiert, durch die Bildungseinrichtungen ihre Ökobilanz weiter verbessern können. Größere und dauerhafte Einsparungen sind häufig teuer. Der CO2-Markt bietet eine Finanzierungsmöglichkeit für diese Projekte.
  • Über den unmittelbaren Nutzen der CO2-Einsparung hinaus geben diese Projekte positive ökologische Impulse, die sich unter den akademischen Einrichtungen sowie auf kommunaler und bundesstaatlicher Ebene auf Jahre fortsetzen werden.
  • Links: Ball State University ist einer der 11 US-Hochschulstandorte, die am US Campus Clean Energy Project teilnehmen. Finanzmittel aus dem Handel mit CO2-Zertifikaten helfen den teilnehmenden Universitäten, bis 2050 klimaneutral zu werden. Mit den Geldern werden CO2-Reduktionsinitiativen finanziert. Mitte: LEED®-zertifizierte Gebäude der South Oregon University. Diese energieeffizienten Gebäude werden nach den Prinzipien des LEED®-Systems (Leadership in Energy and Environmental Design) errichtet und vom US Campus Clean Energy Project unterstützt. Rechts: Ein Techniker im Ball State Distrikt-Kraftwerk prüft die Leistung des Wärmetauschersystems.

  • Der Handel mit CO2-Zertifikaten schafft eine neue Finanzierungsquelle und fungiert zugleich als Anreiz für andere Hochschulen überall in den USA, Maßnahmen zur Umstellung auf saubere Energie und höhere Energieeffizienz zu starten.
  • Durch Initiativen wie die „Geothermal Systems Conclaves“ der Ball State University für Experten, Lehrende und Studierende werden wichtige Lerninhalte weitervermittelt und Forschungsanreize gegeben. Das Angebot umfasst Besichtigungen, praktische Workshops, berufsbegleitende Ausbildung und die Ausstellung von Produkten/Anlagenteilen.
  • Die Studentenschaft wird durch mehr als 70 Studiengänge in Zusammenhang mit dem Thema Nachhaltigkeit einbezogen, die inzwischen in Illinois angeboten werden. Der Wohnheim-Energiewettbewerb der Ball State University führte dazu, dass die erfolgreichste Bewohnergemeinschaft ihren Energieverbrauch in nur 4 Wochen um fast 50.000 Kwh reduzierte. Die Studierenden der Southern Oregon University stimmten für eine „Steuer“ zum Kauf von Renewable Energy Credits (REC, ein Herkunftsnachweis für erneuerbare Energien), um den Erdgas- und Stromverbrauch des Campus zu kompensieren. Anschließend dehnten sie ihre REC von Gas und Strom auf Wasser aus und machten die SOU zum ersten Campus in Amerika, der 100 % seines Wasserverbrauchs kompensiert.

Weitere Informationen: bptargetneutral@bp.com

  1. Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) zählt zu den bekanntesten internationalen Zertifizierungsprogrammen für ökologisches Bauen.