Kochöfen, Mexiko

Eine junge Familie versammelt sich um einen neu installierten ONIL Kochofen des ONIL Kochofen-Projekts, Mexiko

Projektname
Vertrieb von ONIL Kochöfen
Projectlocatie
San Felipe, Mexiko
Mittelgeber und Lieferant
Lieferant: C-Quest Capital. Projektentwickler: Helps International AC, C-Quest Capital LLC und Fuego Limpio.
Standard
Clean Development Mechanism (CDM); Verified Carbon Standard (VCS)
Projektstatus
Aktiv
Portfolio
Nov. 2015 – Dez. 2016

Unterstützung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen

Über das Projekt

Laut Berichten der Weltbank lebte 2002 fast die Hälfte der mexikanischen Bevölkerung in Armut, ein Fünftel sogar in extremer Armut.

In Mexiko kocht etwa ein Viertel der Bevölkerung (27 Millionen Menschen in ländlichen und indigenen Gemeinschaften) mit Brennholz. Hierbei handelt es sich oft um die am stärksten benachteiligten Haushalte. Brennholz ist die Hauptenergiequelle für etwa 80 % ländlicher Haushalte, und die meisten Haushalte nutzen noch offene Feuerstellen mit ineffizienter Brennstoffverwertung.

Diese Feuer verursachen Atemprobleme und Verbrennungen, und aufgrund ihrer Ineffizienz trägt der hohe Bedarf an Brennstoff zur Entwaldung bei.

Im Rahmen des Projekts werden pro Jahr (2012 – 2016) durchschnittlich 15.000 verbesserte Kochöfen bei Familien im ganzen Land installiert (mit einem Ziel von 35.000 pro Jahr bis 2019).

Jeder Kochofen sollte nahezu 3 Tonnen CO2 pro Jahr eliminieren, abhängig von Modell und Erhaltungszustand. Dies wird der Entwaldung und Bodendegradation entgegenwirken sowie die konservierende Landwirtschaft unterstützen. Zudem verbessert es die Gesundheit und das Wohlbefinden von Müttern und Kindern.

Links: Ein neuer ONIL Kochofen – aus Beton gegossen, in Mexiko hergestellt, vor Ort zusammengebaut und installiert. Rechts: Die ONIL Kochöfen ersetzen eine traditionelle offene Feuerstelle mit drei Steinen und arbeiten sehr viel effizienter mit weniger Brennstoff.

Wer steht hinter dem Projekt?

C-Quest Capital und seine Partner stellen Familien im ländlichen Mexiko hocheffiziente Kochöfen im Plancha-Stil bereit.

Beitrag zur CO2-Reduktion

Jedes Projekt umfasst rund 13.800 verbesserte Kochöfen, was einer Reduktion von 40.000 tCO2e pro Jahr entspricht.

Wie tragen die Projekte zur CO2-Reduktion bei?

Der ONIL ist ein brennstoffeffizienter Kochofen, der den Brennholzbedarf eines Haushalts um bis zu 58 % gegenüber der Basislinie verringert. Der Kochofen wird aus Beton gegossen, in Mexiko hergestellt und vor Ort zusammengebaut und installiert. Der durchschnittliche Verbrauch an Brennholz zum Kochen liegt bei 2,1 kg/Haushalt/Tag bzw. 5 Tonnen/Familie/Jahr. Jeder ONIL Kochofen in Mexiko spart 2,893 Tonnen CO2e pro Jahr.

Die wichtigsten Vorteile

  • Umwelt
    In den Jahren von 1990 bis 2005 hat Mexiko 6,9 Prozent seiner Waldbestände verloren (4.778.000 Hektar).

    ONIL Kochöfen verbrauchen weniger Brennholz und reduzieren dadurch den Bedarf an Holz aus den Wäldern, was sich wiederum positiv auf die Artenvielfalt auswirkt.

  • Finanzielle Sicherheit
    Die verbesserte Effizienz der Kochöfen im Vergleich zu offenen Feuerstellen hat einen unmittelbaren finanziellen Nutzen für Familien, weil der verringerte Holzverbrauch Kosten spart. Dies ist ein wichtiger Aspekt: Brennholz wird immer knapper, und Preise sind gegenüber 1990 um das Vierfache gestiegen (von 56 auf 388 Pesos im Jahr 2005).
  • Gesundheit und Wohlbefinden
    Häusliche Luftverschmutzung, verursacht durch offene Feuerstellen, trägt zu einer erhöhten Erkrankungsgefahr bei, darunter akute Infektionen der unteren Atemwege wie Lungenentzündung bei kleinen Kindern sowie chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und Lungenkrebs bei Frauen (und in geringerem Ausmaß auch bei Männern).

    Der Schornstein der ONIL Kochöfen leitet Rauch und Abgase nach außen ab.

  • Mehr Autonomie für Frauen
    Das ineffiziente Verbrennen von Holz auf den traditionellen offenen Feuerstellen bedeutet, das Frauen und Kinder jede Woche enorme Mengen an Brennholz sammeln müssen (rund 8165 kg pro Familie pro Jahr).

    Außerdem stellt das Holzsammeln für Frauen ein Sicherheitsrisiko dar, und das Tragen schwerer Lasten wirkt sich auf ihre Gesundheit aus.

    Jede Woche ist im Durchschnitt ein ganzer Tag zum Sammeln von Holz erforderlich, was Auswirkungen auf Frauen und ihre Familien hat.

    Effizientere Kochöfen erfordern weniger Holz – dadurch wird weniger Zeit mit Holzsammeln verbracht, weniger Gewicht getragen und mehr Zeit für andere Aktivitäten und die Familie freigestellt.

  • Wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit
    Durch die effizientere Nutzung von Brennholz trägt das Projekt erheblich zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit Mexikos bei. Energieeinsparungen sowohl in individuellen Haushalten als auch auf nationaler Ebene unterstützen die wirtschaftliche Effizienz und Nachhaltigkeit. Haushalte in Mexiko wenden 15 bis 20 % ihres Einkommens für den Kauf von Brennholz auf. Die Verwendung effizienter Kochöfen leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung dieser Ausgaben.

    Zeit, die ansonsten mit dem Sammeln von Brennholz verbracht wird, kann in den Haushalten in mehr einkommensfördernde Aktivitäten investiert werden.

    Durch Demonstration, Schulung und Umsetzung verbessert das Projekt zudem soziale Aspekte in Bezug auf Bildung und Sensibilisierung.

    Das Programm sensibilisiert für die Gesundheitsprobleme, die mit dem Kochen auf traditionellen, offenen Feuerstellen verbunden sind, und schafft die Möglichkeit für kollektives Handeln in Sachen Klimaschutz. Dies wiederum stärkt das Gemeinschaftsgefühl und versetzt individuelle Haushalte in eine bessere Lage.

Zusatznutzen

CO2-Managementprojekte leisten einen erheblichen Beitrag zu verbesserten Lebensbedingungen in den jeweiligen Standortgemeinden und sind ein wichtiger Teil des umfassenderen Ziels sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit. Dieser Zusatznutzen steht im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und umfasst Verbesserungen der örtlichen Wirtschaft durch Beschäftigung, höherwertige Erzeugnisse und Infrastrukturausbau. Viele Projekte führen zu verbesserter Gesundheit und Bildung sowie zu Fortschritten bei der Geschlechtergleichstellung. Die Auswirkungen sind abhängig von der jeweiligen Art des Projekts. Eine 2014 von ICROA in Auftrag gegebene Forschungsstudie des Imperial College London hat die Auswirkungen von Investitionen im freiwilligen CO2-Markt quantifiziert.

Bei den Kochofen-Projekten ergibt sich pro ausgeglichener Tonne CO2 ein Zusatznutzen im Wert von 724 US-Dollar:1:

  1. Quelle: Zahlen aus der ICROA-Studie, Kountouris, Y., Makuch, Z., Tan Loh, E.F. (2014) „Quantification and Evaluation of the Voluntary Carbon Market’s Co-benefits“, Imperial College London University, Juni 2014
  2. Für weitere Informationen: bptargetneutral@bp.com