Gasumstellung, USA

Magnesiumbarren, die ohne das schädliche Treibhausgas SF6 produziert wurden

Projektname
Umstellung von SF6 auf ein alternatives Schutzgas im Magnesiumguss
Projectlocatie
Eaton Rapids, Michigan, USA
Mittelgeber und Lieferant
Standard
Verified Carbon Standard Version 3 / CDM Approved Baseline and Monitoring Methodology AM0065
Projektstatus
Aktiv
Portfolio
2017

Unterstützung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen

Über das Projekt

Meridian Magnesium Products stellt Autoteile aus Magnesiumlegierungen her. Teile von Meridian finden sich im Motor des GM Cadillac, im Armaturenbretts des BMW X3, im Fahrwerks des Ford Mustang und in vielen anderen Fahrzeugen.

Alle Fahrzeuge mit Magnesiumteilen (einschließlich Hybrid- und Elektrofahrzeuge) haben eine höhere Kraftstoffeffizienz im Vergleich zu Fahrzeugen aus herkömmlichen Werkstoffen.

Bislang wurden in zwei Prozessen der Meridian-Produktionsstätten in den USA und Kanada erhebliche Mengen an Treibhausgasen freigesetzt:

1) Ein Prozess zum Erhitzen / Schmelzen von Magnesiumlegierungen und Einspritzen in die Druckgussform.
2) Ein Recyclingverfahren für Altmetall zur Produktion von Magnesiumbarren.

Bei beiden Prozessen wird das Metall extrem erhitzt. Geschmolzenes Magnesium kann sich bei Kontakt mit Sauerstoff entzünden, weshalb beide Stoffe voneinander isoliert werden müssen. Der Zwischenraum wird mit einem Gas gefüllt, das die Selbstzündung des geschmolzenen Magnesiums verhindert. Vor dem Projekt verwendete Meridian das Standard-Schutzgas der Branche: Schwefelhexafluorid (SF6). SF6 reagiert nicht mit Magnesium und ist kostengünstig, ungiftig und relativ unkompliziert in der Anwendung. Allerdings ist SF6 auch ein extrem potentes Treibhausgas, dessen Beitrag zur Erderwärmung rund 23.900 Mal stärker ist als derjenige von CO2.

Meridian produziert Leichtbauteile aus Magnesium für die Automobilindustrie. Magnesium macht Autos leichter, was wiederum Kraftstoff spart

Wie tragen die Projekte zur CO2-Reduktion bei?

In Partnerschaft mit der U.S. Environmental Protection Agency (EPA) begab sich Meridian auf die Suche nach Alternativen für SF6. Die Arbeitsgruppe identifizierte ein Gasgemisch namens NOVEC™ 612 als beste umweltverträgliche Lösung. Allerdings gehörte sie auch zu den teuersten Alternativen. Um den Übergang von SF6 auf NOVEC™ 612 zu finanzieren, arbeitete Meridian eine Methode für den Emissionshandel aus, die Herstellern von Magnesiumprodukten die Generierung, Verifizierung und Vermarktung von CO2-Zertifikaten ermöglichen sollte. Diese Methode steht allen Druckgussunternehmen zur Verfügung.

Meridian war der erste kommerzielle Anwender von NOVEC™ 612 für Magnesiumdruckguss in den Vereinigten Staaten. Mit der Umstellung ging das Unternehmen erhebliche Risiken ein, denn viele produktionstechnische Fragen waren zum Zeitpunkt der Entscheidung noch nicht abschließend geklärt, vor allem, da es sich um bereits vorhandene (nicht um neue) Fertigungsanlagen handelte. Meridian begann seine CO2-Zertifizierungsaktivitäten praktisch sofort nach dem Beschluss zur Gasumstellung. Die Umstellung wurde 2007 und 2008 in den Fertigungswerken in Michigan, USA, und Ontario, Kanada, vollzogen. Der Verkauf dieser Zertifikate hat zur Finanzierung der Umstellung beigetragen. Das Projekt senkt die Treibhausgasemissionen um rund 200.000 – 300.000 t CO2e pro Jahr.

Dieses System hat mehr als 50 Ziele und Vorgaben zur Verbesserung der Ökobilanz des Unternehmens hervorgebracht. Durch diese Programme hat Meridian seine CO2-Emissionen pro Tonne produziertem Metall in seinem Werk in Eaton Rapids, Michigan, um 72 % reduziert.

In Anerkennung der Pionierleistung auf diesem Gebiet wurde Meridian 2011 der International Environmental Responsibility Award der International Magnesium Association zuerkannt. Der Preis wurde zur Anerkennung von Unternehmen ins Leben gerufen, die eine aktive Rolle bei der Reduzierung des CO2-Fußabdrucks der Magnesiumindustrie spielen und international zum Ansehen der Branche beitragen. Er umfasst alle Aspekte der Magnesiumindustrie von der Primärproduktion bis zu den Endabnehmerindustrien.

Wer steht hinter dem Projekt?

Meridian Magnesium Products stellt Autoteile aus Magnesiumlegierungen her. Seit 2001 pflegt das Unternehmen ein solides Umweltmanagementsystem nach ISO 14001.

Dieses System hat mehr als 50 Ziele und Vorgaben zur Verbesserung der Ökobilanz des Unternehmens hervorgebracht. Durch diese Programme hat Meridian seine CO2-Emissionen pro Tonne produziertem Metall in seinem Werk in Eaton Rapids, Michigan, um 72 % reduziert.

Magnesium spielt eine wichtige Rolle für die Gewichtsreduzierung aller Pkw, einschließlich Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Alle Fahrzeuge mit Magnesiumteilen (einschließlich Hybrid- und Elektrofahrzeuge) haben eine höhere Kraftstoffeffizienz im Vergleich zu Fahrzeugen aus herkömmlichen Werkstoffen. Meridian ist ein maßgeblicher Akteur in der United States Automotive Materials Partnership (USAMP), einer Initiative, die sich die Entwicklung eines Familienautos auf die Fahne geschrieben hat, das auf 100 km unter 3 l verbraucht. An der Initiative beteiligen sich die US-Regierung, Autohersteller, Zulieferer, Universitäten und nationale Laboratorien.

Die wichtigsten Vorteile

  • Vorreiter für den Ausstieg aus der Anwendung von schädlichem Schutzgas SF6
  • Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 200.000 – 300.000 tCO2e pro Jahr
  • Links: Meridian hat die Verwendung des potenten Treibhausgases SF6 in der Magnesiumverarbeitung eingestellt. Dank Geldern aus dem Handel mit CO2-Zertifikaten konnte das Unternehmen das weitaus weniger schädliche Gas NOVEC 612 einführen. Mitte und rechts: NOVEC 612 Gascontroller im Magnesiumwerk von Meridian in Michigan. NOVEC 612 ist viel umweltfreundlicher als das Schutzgas SF6.

  • Entwicklung einer neuen CO2-Zertifizierungsmethode für alle Hersteller von Magnesiumprodukten in den Vereinigten Staaten
  • Förderung von Innovation und Effizienz in der Automobilindustrie durch Steigerung der Kraftstoffeffizienz und Senkung der CO2-Emissionen durch Gewichtsreduzierung ohne Kompromisse bei der Festigkeit

Für weitere Informationen: bptargetneutral@bp.com