Biogasanlagen, Indien

Eine Biogasanlage des Bagepalli Coolie Sangha Biogas-Projekts wird mit Rinderdung beschickt.

Projektname
CDM Biogas-Projekt von Bagepalli Coolie Sangha
Projectlocatie
Karnataka, Indien
Mittelgeber und Lieferant
FairClimateFund (FCF)
Standard
CDM und Gold Standard
Projektstatus
Aktiv
Portfolio
2017

Unterstützung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen

Über das Projekt

Coolie Sangha ist eine Organisation auf Mitgliedschaftsbasis, die vor 25 Jahren von armen Kleinbauernfamilien und landlosen Tagelöhnern in ihren jeweiligen Dörfern gegründet wurde.

In 915 Dörfern bilden 38.615 solche Familien sogenannte Coolie Sangha Einheiten. Die Coolie Sangha Organisation finanziert sich selbst durch ein System von „Sangha Fund“-Beiträgen der Mitgliederfamilien.

Die Coolie Sangha setzt diverse, an der Basis geplante Entwicklungsmaßnahmen um. Dies umfasst Schulbildung, Gesundheitsdienste in der Gemeinde und in spezialisierteren Zentren, Kleinkredite für Coolie-Frauen, Hilfsdienste für junge Witwen und verlassene Frauen, einen dezentralisierten Kreditdienst auf Dorfebene, landwirtschaftliche Entwicklung usw.

„Als ich noch kein Biogas hatte, dauerte das Kochen jeden Tag zwei bis drei Stunden. Ich ging morgens um 8 Uhr los, um Feuerholz zu sammeln, und kam gegen Mittag wieder zurück. Jetzt habe ich Zeit zum Arbeiten.“

Es ist geplant, dass die Coolie Sangha im Rahmen des Biogas CDM Projekts 18.000 Biogasanlagen (Digester) mit einer Kapazität von zwei Kubikmetern für individuelle Haushalte in 5 Taluks (kommunale Verwaltungseinheiten) des Distrikts Chickballapur installieren wird und dadurch nicht erneuerbare Biomasse durch Biogas zum Kochen und Erhitzen von Wasser ersetzt.

Haushalte, die am Bagepalli Coolie Sangha Biogas-Projekt teilnehmen, finden das Kochen mit Biogas sehr viel sauberer und effizienter als mit Brennholz.

Eine Biogasanlage mit einer Kapazität von zwei Kubikmetern kann eine vier- bis fünfköpfige Familie mit Brennstoff zum Kochen versorgen. Bisher wurden 11.633 Biogasanlagen installiert.

Das Projekt wird vollständig aus CO2-Umsätzen finanziert. Es bietet soziale, ökologische, wirtschaftliche und technologische Vorteile, die zur nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Beitrag zur CO2-Reduktion

Reduktion von 137.452 Tonnen CO2 von 1.1.2010 bis 31.12.2016

Wie tragen die Projekte zur CO2-Reduktion bei?

Die gewählte Technologie ist eine häusliche Biogasanlage – ein kleines Gerät, das Rinderdung mittels Versauerung und Methanisierung in einem Digester in erneuerbare Energie verwandelt und dadurch die Nutzung nicht erneuerbarer Biomasse ersetzt.

Das Biogas versorgt einen zweiflammigen Gasherd mit einer Flammentemperatur von 870ºC, der ebenfalls im Rahmen des Projekts bereitgestellt wird. Alle Haushalte, die bereit sind, biogene Abfälle aus der Landwirtschaft und dem Haushalt zu sammeln, können an dem Projekt teilnehmen.

Jeder Haushalt installiert eine Biogasanlage von 2 Kubikmetern und versorgt sie mit Rinderdung, organischen Abfällen und Biomasseabfall. Die Technologie wurde in Indien erprobt und ist seit vielen Jahren im Einsatz. Durch die Verwendung dieser biogenen Abfälle aus verschiedenen Quellen in einem Vergärungs- und Verbrennungssystem steht Biogas zum Kochen sowie zum Erhitzen von Wasser zur Verfügung. Das Biogas versorgt einen zweiflammigen Gasherd mit einer Flammentemperatur von 870ºC, der ebenfalls im Rahmen des Projekts bereitgestellt wird. Alle Haushalte, die bereit sind, biogene Abfälle aus der Landwirtschaft und dem Haushalt zu sammeln, können an dem Projekt teilnehmen.

Wie die Biogasanlage entsteht

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Die wichtigsten Vorteile

  • Gesundheit und Wohlbefinden
    Vermeidet Gesundheitsrisiken infolge häuslicher Luftverschmutzung
  • Erschwingliche und saubere Energie
    Vermeidet globale und lokale Verschmutzung und Umweltschädigung durch den Wechsel von Kerosin und nicht erneuerbarer Biomasse zu erneuerbarer Energie, was die Treibhausgasemissionen reduziert

Links: Grube für eine neue Biogasanlage des Bagepalli Coolie Sangha Biogas-Projekts. Mitte und rechts: Diese Biogasanlage des Bagepalli Coolie Sangha Biogas-Projekts ist nahezu fertiggestellt.

  • Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
    Für Frauen ergeben sich Zeitersparnisse und Produktivitätsgewinne durch:
    – reduzierten Zeitaufwand für Kochen und Holzsammeln
    – reduzierten Zeitaufwand für den Hausputz

    Das Projekt beschäftigt 16 Gebietsmanager, 8 Mahila-Ausbilder (weibliche Ausbilder), 8 Sachbearbeiter und 1 Datenfachkraft.

    Schulung von Maurern in der Konstruktion und Instandhaltung von Biogasanlagen. Es haben bereits fast 210 örtliche Maurer von Projektaktivitäten profitiert.

Erfahren Sie, wie dieses Projekt Leben verändert

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Zusatznutzen

CO2-Managementprojekte leisten einen erheblichen Beitrag zu verbesserten Lebensbedingungen in den jeweiligen Standortgemeinden und sind ein wichtiger Teil des umfassenderen Ziels sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit. Dieser Zusatznutzen steht im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und umfasst Verbesserungen der örtlichen Wirtschaft durch Beschäftigung, höherwertige Erzeugnisse und Infrastrukturausbau. Viele Projekte führen zu verbesserter Gesundheit und Bildung sowie zu Fortschritten bei der Geschlechtergleichstellung. Die Auswirkungen sind abhängig von der jeweiligen Art des Projekts. Eine 2014 von ICROA in Auftrag gegebene Forschungsstudie des Imperial College London hat die Auswirkungen von Investitionen im freiwilligen CO2-Markt quantifiziert.

Bei den Biogas-Projekten ergibt sich pro ausgeglichener Tonne CO2 ein Zusatznutzen im Wert von 3041US-Dollar:

  1. Quelle: Zahlen aus der ICROA-Studie, Kountouris, Y., Makuch, Z., Tan Loh, E.F. (2014) „Quantification and Evaluation of the Voluntary Carbon Market’s Co-benefits“, Imperial College London University, Juni 2014

Für weitere Informationen: bptargetneutral@bp.com