Biogasanlagen, China

Haushalte im Biogasanlagenprojekt in Sichuan können nun mit erneuerbarem Biogas kochen.

Projektname
Projekt für Haushalts-Biogasanlagen in Sichuan
Projectlocatie
Provinz Sichuan, China
Mittelgeber und Lieferant
Natural Capital Partners
Standard
CDM, Gold Standard
Projektstatus
Aktiv
Portfolio
2017

Unterstützung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen

Über das Projekt

Dieses Projekt verteilt Kleinbiogasanlagen zur Installation in einer Million einkommensschwachen Haushalten mit Viehhaltung in der Provinz Sichuan, China.

Es konzentriert sich auf eine besonders benachteiligte Region des Landes mit einem typischen verfügbaren ländlichen Einkommen von 347 Euro pro Jahr. Die Provinz Sichuan enthält 43 sogenannte nationale Armutsbezirke, die Anspruch auf Regierungsbeihilfen haben.

Rund 2.000 Einwohner, die vor dem Projekt größtenteils als Bauern und Maurer arbeiteten, wurden als Biogas-Techniker zum Bau der Biogasanlagen ausgebildet und vom Sichuan Rural Energy Office (SREO) fest angestellt.

Zur Unterstützung der ländlichen Entwicklung und des Umweltschutzes wird CO2-Finanzierung eingesetzt, um ein bestehendes staatliches Hilfsprogramm weiter auszudehnen. Zusammen mit Beihilfen der chinesischen Regierung deckt dies die Kosten der Biogasanlage zu rund 40 % und stellt saubere, erschwingliche Energie für Haushalte bereit.

Indem das Projekt Festbrennstoffe zur Deckung des häuslichen Energiebedarfs ersetzt, reduziert es die Luftverschmutzung in Innenräumen, die zu einer erhöhten Gefahr von Atemwegserkrankungen beitragen. Biogasanlagen können zudem mit den Haushaltstoiletten verbunden werden und so die sanitären Bedingungen verbessern. Sie schaffen Arbeit für örtliche Maurer und Techniker.

Bis November 2016 wurden im Rahmen des Projekts über 395.000 Biogasanlagen in der gesamten Provinz Sichuan installiert.

Schongaren und Braten mit erneuerbarem Biogas

Beitrag zur CO2-Reduktion

1,936 Mio. Tonnen CO2e für das gesamte Programm seit Beginn im Mai 2012.

Wie tragen die Projekte zur CO2-Reduktion bei?

Das Projekt unterstützt die Installation robuster, den örtlichen Gegebenheiten angepasster Biogasanlagen, die 6 – 10 Kubikmeter Schweinegülle fassen. Durch anaerobe Vergärung der Gülle gewinnt die Biogasanlage Methan (CH4) und stellt es als sauberes Biogas für Haushaltsgeräte wie Kochöfen, Reiskocher, Wasserheizer, Lampen usw. bereit. Dies ersetzt Kohle als wichtigste Energiequelle in den Haushalten.

Das Biogas aus den Anlagen verbrennt sauber, ohne Asche oder Rauch zu erzeugen, und ermöglicht dadurch eine deutlich verbesserte Lebensqualität der Haushaltsmitglieder.

Das Projekt verringert nicht nur Treibhausgasemissionen infolge der Brennstoffumstellung, sondern reduziert auch die Emissionen, die normalerweise mit der Zersetzung der Gülle in tiefen, offenen Gruben in die Atmosphäre entweichen würden.

Die wichtigsten Vorteile

  • Gesundheit und Wohlbefinden
    Das Projekt ersetzt Festbrennstoffe wie Kohle zur Deckung des häuslichen Energiebedarfs. Solche festen Brennstoffe verursachen häusliche Luftverschmutzung; dies trägt zu einer erhöhten Erkrankungsgefahr, darunter akute Infektionen der unteren Atemwege wie Lungenentzündung bei kleinen Kindern sowie chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und Lungenkrebs bei Frauen (und in geringerem Ausmaß auch bei Männern).

    Das Biogas aus den Anlagen verbrennt sauber, ohne Asche oder Rauch zu erzeugen, und ermöglicht dadurch eine deutlich verbesserte Lebensqualität der Haushaltsmitglieder.

    Zudem ersetzt es andere Brennstoffe und gibt Frauen dadurch mehr Zeit für alternative Tätigkeiten: Sie müssen nicht länger Biomasse sammeln oder zum Kohlekauf weite Wege zurücklegen, und sie verbringen weniger Zeit damit, Mahlzeiten zuzubereiten und auf das Feuer zu achten.

  • Sauberes Wasser und bessere sanitäre Bedingungen
    Einige Haushalte leiten auch die menschlichen Fäkalien in die Biogasanlagen um, was die sanitären Bedingungen verbessert.
  • Erschwingliche und saubere Energie
    Das Projekt verbessert den Energiezugang durch Bereitstellung einer für Haushalte geeigneten Quelle kostenloser, erneuerbarer und sauberer Energie (Biogas) zum Kochen, Heizen und Beleuchten.
  • Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
    Das Projekt richtet sich speziell an einkommensschwache Haushalte, die vom Sichuan Rural Energy Office (SREO) anhand einer umfassenden Liste von Einschlusskriterien (darunter Pro-Kopf-Jahreseinkommen) ausgewählt werden.

    CO2-Finanzierung wird eingesetzt, um finanzielle Unterstützung für diese ausgewählten Haushalte bereitzustellen. Zusammen mit Beihilfen der chinesischen Regierung deckt dies die Kosten der Biogasanlage zu rund 40 %.

    Mit einer nachhaltigen und erschwinglichen Energiequelle (Biogas) erzielen die Haushalte Kosteneinsparungen, weil sich der Kohlekauf zum Kochen erübrigt.

    Links: Typisches Bauernland in der Provinz Sichuan. Rechts: Kleinbauern in Sichuan profitieren von erneuerbarem Biogas zum Kochen, Heizen und Beleuchten.

    Zusätzlich zu den staatlichen Beihilfen verfügt das Projekt über einen klaren Umsatzbeteiligungsplan1: Erträge aus dem Verkauf von CO2-Guthaben werden an teilnehmende Haushalte, das örtliche Rural Energy Office, das die Anlagenwartung handhabt, und die Projektträger verteilt.

    In der gesamten Region arbeiten im Rahmen des existierenden Regierungsprogramms mehr als 10.550 Beschäftigte an der Installation von Biogasanlagen in ländlichen Haushalten.

    Rund 2.000 Einwohner, die vor dem Projekt größtenteils als Bauern und Maurer arbeiteten, wurden als Biogas-Techniker zum Bau der Biogasanlagen ausgebildet und vom SREO fest angestellt. Die meisten sind zertifizierte Techniker, die in Service-Niederlassungen oder unabhängig arbeiten; andere sind in der Projektüberwachung und -verwaltung tätig.

Zusatznutzen

CO2-Managementprojekte leisten einen erheblichen Beitrag zu verbesserten Lebensbedingungen in den jeweiligen Standortgemeinden und sind ein wichtiger Teil des umfassenderen Ziels sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit. Dieser Zusatznutzen steht im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und umfasst Verbesserungen der örtlichen Wirtschaft durch Beschäftigung, höherwertige Erzeugnisse und Infrastrukturausbau. Viele Projekte führen zu verbesserter Gesundheit und Bildung sowie zu Fortschritten bei der Geschlechtergleichstellung. Die Auswirkungen sind abhängig von der jeweiligen Art des Projekts. Eine 2014 von ICROA in Auftrag gegebene Forschungsstudie des Imperial College London hat die Auswirkungen von Investitionen im freiwilligen CO2-Markt quantifiziert.

Bei den Biogas-Projekten ergibt sich pro ausgeglichener Tonne CO2 ein Zusatznutzen im Wert von 3042US-Dollar:

  1. Verteilung: UPM: 40 %, OASIS: 18 %, Haushalte: 36 %, SREO: 6 %.
  2. Quelle: Zahlen aus der ICROA-Studie, Kountouris, Y., Makuch, Z., Tan Loh, E.F. (2014) „Quantification and Evaluation of the Voluntary Carbon Market’s Co-benefits“, Imperial College London University, Juni 2014

Für weitere Informationen: bptargetneutral@bp.com